Erbschaftsangelegenheiten sind häufig Quelle ernsthafter Familienkonflikte — besonders wenn der Senior keine klaren Verfügungen hinterlassen hat. Ein fehlendes Testament, unklare Bestimmungen oder die Nichtberücksichtigung nahestehender Personen können zu jahrelangen Streitigkeiten führen. Wie kann man dem vorbeugen?
Für viele ältere Menschen ist das Gespräch über ein Testament mit der Angst vor dem Tod verbunden. In der mitteleuropäischen Kultur wird das Thema Erbschaft oft als Tabu behandelt. Studien zeigen, dass nur 15–20 % der über 65-Jährigen ein Testament errichten, obwohl über 60 % der Familien nach dem Tod eines Angehörigen ohne Testament Erbstreitigkeiten erleben.
Wenn kein Testament vorliegt, wird das Vermögen nach den gesetzlichen Vorschriften aufgeteilt. In der Praxis führt dies oft zur Aufteilung von Immobilien unter mehreren Erben, was zu Miteigentum führt — einer der größten Quellen für Familienstreitigkeiten. Ein Testament ermöglicht es dem Senior, selbst zu entscheiden, wem und in welchem Umfang das Vermögen übertragen wird.
Der Schlüssel ist Feingefühl und kein finanzieller Druck. Das Gespräch sollte mit der Sorge um die Sicherheit des Seniors und die rechtliche Ordnung beginnen. Hilfreiche Formulierungen sind zum Beispiel: „Wir möchten wissen, was deine Wünsche sind, damit wir sie respektieren können“ oder „Wir möchten vermeiden, dass deine Enkel sich streiten“.
In Deutschland sind die häufigsten Formen das eigenhändige und das notarielle Testament. Das notarielle Testament bietet mehr Rechtssicherheit. In vielen EU-Ländern gelten ähnliche Grundsätze, wobei die Details je nach lokalem Erbrecht variieren. Eine Beratung durch einen Fachanwalt für Erbrecht ist empfehlenswert.
Selbst wenn ein Testament vorliegt, sieht das Recht in den meisten EU-Ländern einen Pflichtteil vor — einen Mindestanteil für die nächsten Familienangehörigen. Die Kenntnis dieser Regelungen hilft, Enttäuschungen und Konflikte nach der Testamentseröffnung zu vermeiden.
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April 3, 2026