Im Januar 2026 veröffentlichte Alzheimer Europe den Bericht „The Prevalence of Dementia in Europe 2025″ — die bisher umfassendste Erhebung zur Verbreitung von Demenz auf dem Kontinent. Die Ergebnisse sind alarmierend: Bis 2050 wird die Zahl der Menschen mit Demenz in Europa um 64 Prozent steigen.
Laut dem Bericht leben 2025 in den 27 EU-Mitgliedstaaten rund 9,07 Millionen Menschen mit Demenz. Rechnet man die Nicht-EU-Länder Europas hinzu, steigt die Zahl auf über 12,1 Millionen. Bis 2050 werden es voraussichtlich 14,3 Millionen in der EU und knapp 19,9 Millionen in ganz Europa sein.
Frauen sind unverhältnismäßig stark betroffen: Von den 12,1 Millionen Betroffenen in Europa sind rund 8 Millionen Frauen und 4,1 Millionen Männer. Dies liegt vor allem an der höheren Lebenserwartung von Frauen.
In Deutschland leben derzeit geschätzte 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Bis 2055 könnte diese Zahl laut dem Statistischen Bundesamt auf 2,6 bis 2,8 Millionen ansteigen. Damit ist Deutschland das am stärksten betroffene Land in Europa — allein aufgrund seiner Bevölkerungsgröße und der stark alternden Gesellschaft.
Die Herausforderung für Pflegeheime und ambulante Dienste ist enorm: Schon heute sind rund zwei Drittel der Pflegeheimbewohner von kognitiven Einschränkungen betroffen. Der Bedarf an spezialisiertem Pflegepersonal mit Demenz-Kompetenz wächst rasant.
Auch in Österreich und der Schweiz steigt die Zahl der Demenzerkrankungen stetig. In Österreich leben schätzungsweise 150.000 Menschen mit Demenz, wobei die Zahl bis 2050 auf über 260.000 steigen könnte. Die Schweiz verzeichnet aktuell rund 155.000 Betroffene mit ähnlichen Wachstumsprognosen.
In Polen, Tschechien und der Slowakei stellt die Unterdiagnose von Demenz eine besondere Herausforderung dar. Europäische Studien zeigen, dass in diesen Ländern ein großer Teil der Demenzfälle nicht erkannt wird — insbesondere bei Menschen zwischen 70 und 79 Jahren. In der Ukraine ist die Situation aufgrund des Krieges und der eingeschränkten Gesundheitsversorgung noch kritischer.
Polen zählt schätzungsweise über 500.000 Menschen mit Demenz, wobei die tatsächliche Zahl aufgrund der hohen Unterdiagnoserate deutlich höher liegen dürfte. In Tschechien und der Slowakei leben zusammen rund 200.000 Betroffene.
Trotz der düsteren Prognosen gibt es Hoffnung. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass bis zu 45 Prozent aller Demenzfälle durch modifizierbare Risikofaktoren beeinflusst werden können. Dazu gehören regelmäßige körperliche Aktivität, soziale Teilhabe, gesunde Ernährung, Hörversorgung und die Kontrolle von Bluthochdruck und Diabetes.
Das Weltwirtschaftsforum betonte im März 2026 fünf überraschende Wege zum Schutz der Gehirngesundheit — darunter soziale Kontakte, lebenslanges Lernen und guter Schlaf.
Mit der steigenden Zahl von Demenzerkrankungen wächst der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften, die auf die besonderen Bedürfnisse dieser Patienten eingehen können. Die Betreuung von Menschen mit Demenz erfordert Geduld, Empathie und spezialisierte Kenntnisse — Eigenschaften, die nicht durch Technologie allein ersetzt werden können.
OPK.CARE vermittelt qualifizierte Pflegekräfte aus Osteuropa, die speziell für die Arbeit mit Senioren — einschließlich Demenzpatienten — geschult sind. Wir unterstützen Pflegeeinrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz dabei, dem wachsenden Personalbedarf gerecht zu werden.
Die Prognosen von Alzheimer Europe machen deutlich: Europa muss sich jetzt auf eine Zukunft mit deutlich mehr Demenzpatienten vorbereiten. Das bedeutet mehr Investitionen in Prävention, Forschung, Personalgewinnung und spezialisierte Pflege. Die Zeit zu handeln ist jetzt.
Quellen: Alzheimer Europe (Januar 2026), Weltwirtschaftsforum, Statistisches Bundesamt
März 16, 2026