Sichere Medikamente für Senioren — wie man Polypharmazie und gefährliche Wechselwirkungen vermeidet

Was ist Polypharmazie und warum ist sie gefährlich

Polypharmazie bedeutet die gleichzeitige Einnahme von fünf oder mehr Medikamenten. Bei Senioren ist dies ein häufiges Phänomen — laut Statistiken nehmen bis zu 40 % der über 65-Jährigen regelmäßig mehrere Medikamente ein. Das Problem entsteht, wenn Medikamente miteinander reagieren, Nebenwirkungen verstärken oder ihre Wirksamkeit gegenseitig verringern. Die Folgen können schwerwiegend sein: von Stürzen und Verwirrtheit bis hin zur Krankenhauseinweisung.

Die häufigsten riskanten Kombinationen

Zu den gefährlichsten gehört die Kombination von Blutverdünnern mit entzündungshemmenden Medikamenten, was das Blutungsrisiko erheblich erhöht. Ebenso problematisch ist die Mischung von Beruhigungsmitteln mit Opioiden oder die gleichzeitige Einnahme mehrerer blutdrucksenkender Medikamente. Auch rezeptfreie Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel können gefährliche Wechselwirkungen verursachen.

Besonders gefährlich sind Medikamente auf der Beers-Liste — Arzneimittel, die für ältere Menschen als potenziell ungeeignet gelten. Dazu gehören bestimmte Antihistaminika, Schlafmittel und einige Antidepressiva, die bei Senioren das Risiko von Stürzen und kognitiven Problemen erhöhen.

Wie man die Risiken verringern kann

Entscheidend ist eine regelmäßige Überprüfung der Medikamente mit einem Arzt oder Apotheker. Führen Sie eine aktuelle Liste aller eingenommenen Medikamente einschließlich Nahrungsergänzungsmittel und bringen Sie diese zu jedem Arztbesuch mit. Ändern Sie niemals eigenmächtig die Dosierung und setzen Sie verschriebene Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache ab.

Die Rolle der Familie bei der Medikamentensicherheit

Familienangehörige können helfen, indem sie Medikamente in Dosierboxen organisieren, an die Einnahmezeiten erinnern und Nebenwirkungen beobachten. Wenn Sie bei einem Senior Verwirrtheit, Schwindel, übermäßige Schläfrigkeit oder Verhaltensänderungen bemerken, kann es sich um unerwünschte Arzneimittelwirkungen handeln. Zögern Sie nicht, einen Arzt aufzusuchen.

Quellen: Weltgesundheitsorganisation (WHO) — Arzneimittelsicherheit bei älteren Menschen, Amerikanische Geriatrische Gesellschaft — Beers-Kriterien, Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA).

März 26, 2026

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