Stürze bei älteren Menschen — wie man der häufigsten Verletzungsursache bei Senioren vorbeugt

Stürze sind die Hauptursache für Verletzungen bei Menschen über 65 Jahren in ganz Europa. Laut der Weltgesundheitsorganisation stürzen jährlich etwa 30 % der Senioren, und in der Gruppe über 80 Jahren liegt dieser Anteil bei bis zu 50 %. Die Folgen — Oberschenkelhalsbrüche, Kopfverletzungen, langfristige Immobilisierung — führen häufig zu einem dauerhaften Verlust der Selbstständigkeit.

Warum Senioren häufiger stürzen

Mit dem Alter verschlechtern sich Gleichgewicht, Muskelkraft und Reaktionszeit. Hinzu kommen Sehprobleme, medikamentenbedingte Schwindelgefühle und neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder periphere Neuropathien. Polypharmazie — also die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente — erhöht das Risiko zusätzlich, insbesondere wenn die Therapie Schlafmittel, Beruhigungsmittel oder blutdrucksenkende Medikamente umfasst.

Prävention: Was wirklich hilft

Regelmäßige körperliche Aktivität ist die wirksamste Methode zur Sturzprävention. Übungsprogramme, die Gleichgewichts-, Kraft- und Flexibilitätstraining kombinieren — wie Tai Chi oder spezialisierte geriatrische Kurse — senken das Sturzrisiko um bis zu 23 %. Wichtig sind auch regelmäßige Augenuntersuchungen, die Überprüfung der eingenommenen Medikamente mit dem Arzt und eine geeignete Vitamin-D-Supplementierung bei Mangelzuständen.

Sichere Wohnung — wichtige Veränderungen

Die meisten Stürze von Senioren ereignen sich zu Hause, insbesondere im Badezimmer und auf Treppen. Einfache Anpassungen können das Risiko deutlich verringern: Anbringung von Haltegriffen an Badewanne und Toilette, rutschfeste Matten, Entfernung loser Teppiche und gute Nachtbeleuchtung in Fluren und auf Treppen. Es empfiehlt sich auch die Installation von Bewegungsmeldern mit automatischer Beleuchtung sowie Notruf-Systeme vom Typ „Lebensknopf“.

Was nach einem Sturz zu tun ist

Auch ein Sturz ohne sichtbare Verletzung erfordert eine ärztliche Untersuchung — innere Verletzungen zeigen nicht immer sofort Symptome. Nach einem Sturz ist es auch entscheidend, die Ursache zu ermitteln und Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Vorfälle einzuleiten. Die Angst vor dem nächsten Sturz führt häufig zu Aktivitätseinschränkungen, was paradoxerweise das Risiko weiterer Stürze erhöht. Bewegungsrehabilitation und psychologische Unterstützung helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

Quellen: Weltgesundheitsorganisation (WHO) — Bericht zur Sturzprävention bei älteren Menschen, Eurostat — Unfallstatistiken in der EU, Deutsche Gesellschaft für Geriatrie — Leitlinien zur Sturzprävention.

März 30, 2026

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